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ERGONOMIC Institut

Arbeiten am Bildschirm, einst ein eher fragwürdiges Vergnügen für Büromenschen und Traum für technisch Versierte, ist heute Alltag praktisch für alle Menschen. Nur wenige denken dabei an das Wort Bildschirmarbeit, weil ihr Arbeitsmittel Handy, Tablett oder Laptop heißt. Die Anzahl mobiler Anschlüsse hat die der lebenden Menschen längst überschritten. Und praktisch niemand kommt darum herum, Bildschirmarbeit zu leisten. Man denkt darüber nicht mehr nach.

Dabei sind die wesentlichen Belastungen des Menschen gleich geblieben. Hat der gestresste Sachbearbeiter am IBM-Terminal von 1975 über Sehnenscheidenentzündung geklagt, kann sein Enkelkind heute am SMS-Daumen leiden, denn er sich an seinem iPhone geholt hat. Manches ist sogar schlimmer geworden, so z.B. die Augenbelastung. Hat der Großvater  vor 40 Jahren nach Feierabend die Sehentfernung zum Bildschirm wechseln können - Fernseher standen und stehen viel weiter als Bildschirme - sieht das Enkelkind auf einem Laptop oder gar Smartphone fern. Heute redet man nicht nur über Augenbelastung, sondern auch über die Degeneration der Augen einer ganzen Generation von Menschen.

Wir haben mit der Arbeit am Bildschirm noch in den 1960ern Jahren angefangen, als die Computer ganze Säle füllten. Später die Arbeit in technischen Bereichen und Büros untersucht, die 1975 gerade mal 30.000 Arbeitsplätze in Deutschland betraf. Diese Studie, vom Bundesminister für Arbeit- und Sozialordnung beauftragt, bildete die Basis der Normung für Bildschirmarbeitsplätze, die bis heute weiter geführt wird. Die später entstandene Richtlinie der EU, die daraus ins deutsche Recht umgesetzte Bildschirmarbeitsverordnung und nicht zuletzt die seit Dezember 2016 geltende Arbeitsstättenrichtlinie in Deutschland tragen die Handschrift dieser Studie, so auch die AMR 14.1 „Angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens“ .

Das mittlerweile imponierende Papierwerk über die Bildschirmarbeit konnte aber nicht verhindern, dass sich die Bevölkerung von Deutschland zum Brillenträger entwickelt. Die im Rahmen anderer Studien von uns bereits 1980 vorhergesagte Zunahme von psychischen Erkrankungen sowie Erkrankungen der Bewegungsorgane ist mittlerweile Realität geworden. Es besteht Bedarf an praktischer Information. Daher dieses Informationsangebot.